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Vom 21.04.2015 bis zum 24.04.2015 fand für die Schüler der Leistungskurse Politikwissenschaften, Sozialwissenschaften und Geographie eine Kursfahrt nach Straßburg an, welche vomPresse- und Informationsamt der Bundesregierung organisiert und finanziert wurde. Herr K.-G. Wellmann, MdB (für den Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf) hatte speziell Schüler*innen des Paulsen-Gymnasiums zu dieser Informationsfahrt eingeladen.

 


Nach einer elfstündigen Anreise kam die Reisegruppe im Hotel in Straßburg an. Die Stadt konnte von Beginn an Eindruck hinterlassen. Neben der Altstadt im inneren Bereich der Stadt, deren Bauwerke zu großem Teil aus dem Mittelalter und der Frührenaissance stammen, konnten große Teile der Stadt mit moderner, kreativer und hochwertiger Architektur überzeugen. Neben Brüssel und Luxemburg ist Straßburg eine der drei Hauptstädte Europas und Sitz des  EU–Parlaments  und des Europarats. Auch für Studenten, welche mit einer Anzahl von etwa 47000 fast 20% von Straßburgs Einwohnerzahl ausmachen, ist die Stadt ebenfalls ein attraktiver Standort für den Hochschulbesuch.



Nach der ersten Übernachtung begann das Programm mit einem Besuch des Europarats, der 1949 gegründeten und somit ältesten Politikinstitution Europas. Im Europarat treffen sich Abgeordnete der 47 Mitgliedsstaaten um über politische Fragen und Probleme Europas zu debattieren. Beim Besuch des Europarats war den Teilnehmern der Fahrt die einmalige Gelegenheit geboten, den Plenarsaal zu besuchen und eine laufende Debatte über die Lage in der Ukraine von den Zuschauerrängen zu verfolgen. Die vorwiegend benutzten Sprachen in den Debatten sind Englisch und Französisch. Da jedoch jeder Teilnehmer das Recht hat in seiner Landessprache vorzutragen, sitzen in Kabinen neben dem Plenarsaal Dolmetscher, sodass alle gesprochenen Amtssprachen der Mitglieder in die Amtssprachen der anderen Mitglieder übersetzt werden können. Die gewünschte Übersetzung kann über Kopfhörer von jedem Platz aus angehört werden.
Außerdem folgte noch am gleichen Tag ein Stadtrundgang durch die Altstadt, bei der insbesondere das Münster, die größte Kirche der Stadt, besichtigt wurde.
Am nächsten Tag stand zunächst der Besuch des EU–Parlaments, welches ebenfalls wie große Teile der Stadt mit besonderer Architektur beeindruckte, an. Die Abgeordneten im EU–Parlament werden alle fünf Jahre durch Europawahlen ermittelt. Anhand der Einwohnerzahlen der Mitgliedsstaaten wird festgelegt, wie viele Abgeordnete die jeweiligen Mitgliedsstaaten stellen können.  Mit 96 Abgeordneten ist Deutschland derweil am stärksten im EU–Parlament vertreten. Mit Martin Schulz ist zudem ein Deutscher der Präsident. Da derzeit 180 Parteien im EU–Parlament vertreten sind, wird im Plenarsaal in sieben Fraktionen aufgeteilt. Diese werden anhand der politischen Orientierung der Abgeordneten gebildet. Eine weitere Gruppe bilden außerdem die Fraktionslosen, zu welcher Abgeordnete gehören, welche keiner Fraktion angehören. Dort ist z. B. die NPD zu finden. Seinen Sitz hat das Parlament übrigens in Straßburg, da Straßburg an der Grenze zu Deutschland liegt und dies ein Symbol der Versöhnung der ehemaligen Streitparteien Frankreich und Deutschland darstellt. Auch im Parlament hatten die Fahrtteilnehmer die Möglichkeit den Plenarsaal zu besuchen. Zum Besuchszeitpunkt fand gerade eine Euroscola – Sitzung statt. Bei der Euroscola haben Schüler aus der EU die Möglichkeit eine Parlamentssitzung nachzuspielen. Vor allem das Abstimmungssystem im Plenarsaal konnte beobachtet werden. Zur Abstimmung konnten Knöpfe für die Antworten „ja“, „nein“ und „Enthaltung“ gedrückt  werden. Das Ergebnis kann schon nach wenigen Sekunden auf Bildschirmen präsentiert werden.
Anschließend stand ein Besuch des Eurokorps, einem militärischen Bund von Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg und Spanien, an. Diesem wird ab 2016 außerdem Polen als sechste Rahmennation im Militärbund angehören. Eine mögliche Aufgabe des Eurokorps ist die militärische Ausbildung von Soldaten in Kriegsgebieten wie Mali oder auch der direkte Kampf gegen Bedrohungen. Leider konnte eine Diskussion über den Sinn militärischer Einsätze von einigen Militärkritikern mit einem Soldaten aufgrund bestehender Diskrepanzen zu keinem Ergebnis führen.
Zum Abschluss gab es eine Schiffsrundfahrt auf der Ill,  bei welcher Straßburg noch einmal bewundert werden konnte.
Insgesamt kann die Kursfahrt nach Straßburg  als eine für politisch interessierte Schüler sehr erlebnisreiche und lehrreiche Exkursion angesehen werden, von der jeder etwas mitnehmen konnte. An dieser Stelle gilt es sich beim Presse-und Informationsamt der Bundesregierung zu bedanken, welches die Fahrt ermöglicht hat.

 

 


Von Anastasiya G., Jonas M. und Joel L.
LK Geo Q2

 

 

   
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